AMAZÔNIA Talks #1 – Vom Sehen zum Zuhören:
Die Umkehrung des Blicks
Zum Auftakt der neuen Reihe „Die Zukunft ist indigen” lädt das Rautenstrauch-Joest-Museum zu einem besonderen Abend mit Beto Marubo (Javari-Tal) und Francisco Piyãko Asháninka (Rio Amônia/Acre) aus Brasilien ein. Die beiden sind Menschen, deren Lebenswelten Sebastião Salgado in seiner Ausstellung „AMAZÔNIA” festgehalten hat. Ihre Gesichter und Familien sind Teil der Fotografien, die weltweit gezeigt werden. Doch an diesem Abend treten sie aus den Bildern heraus und sprechen selbst über den Schutz des Amazonas, indigene Perspektiven auf die Klimakrise und ihre Erwartungen an die COP30 in Belém.
Mit ihnen auf dem Podium: Andreas Wolter, Vorsitzender des Kölner Klimabündnisses.
Moderation: Nanette Snoep, Künstlerische Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museums
Eintritt: 8 €, Kombiticket mit Ausstellung: 20 €,
Kölner VHS-Forum im Rautenstrauch-Joest-Museum
Kuratiert von Alfredo Villar
Der Amazonas ist kein Ort, sondern ein transnationaler, lebendiger Raum, der sich über neun Länder erstreckt – von Bolivien bis Kolumbien, von Peru bis Venezuela. Er umfasst Wälder, Flüsse und Städte, ländliche Gemeinden ebenso wie urbane Zentren, in denen heute bereits mehr als 70 % der Menschen Amazoniens leben. Die Intervention versammelt sieben Künstler*innen aus verschiedenen Regionen Amazoniens, deren Arbeiten neue Perspektiven auf Kunst, Erinnerung, Zukunft und Widerstand eröffnen. Zur Eröffnung kommen zwei von ihnen aus Peru nach Köln: Olinda Silvano, Künstlerin der Shipibo-Konibo aus der Ucayali-Region, deren Malerei, Textilien und großflächige kollektive Werke auf den geometrischen Kené-Mustern beruhen – visuelle Sprachen, die Körper, Fluss und Kosmos miteinander verbinden. Und Alfredo Villar, Künstler, Kurator und Musiker aus Lima, der in seiner Arbeit die Chicha-Bewegung – eine urbane, hybride Kultur zwischen Amazonien und Stadt – als künstlerische Praxis neu interpretiert. Gemeinsam öffnen sie mit „Die Zukunft ist indigen“ einen Raum des Zuhörens, der Erinnerung und des Austauschs.
Samstag, 1. November 2025 15:00 – 18:00 Uhr, Rautenstrauch-Joest-Museum Köln
„Die Zukunft ist indigen. Amazonische Visionen und Kämpfe“ in der Dauerausstellung des RJM Artist & Curator in Dialogue – Gespräche über amazonische Kunst und kollektive Autorschaft – in Anwesenheit der beiden peruanischen Künstlerin und Kurator Olinda Silvano und Alfredo Villar. Olinda Silvano stammt aus der Gemeinschaft der Shipibo-Konibo am Fluss Ucayali im peruanischen Amazonasgebiet. Ihre Kunst ist untrennbar mit der Praxis der Kené verbunden – einer uralten, von Frauen tradierten Form des Wissens und der Gestaltung. Kené sind gezeichnete Lieder: komplexe geometrische Muster, die in Linien, Punkten und Verflechtungen das Wissen über Natur, Heilung, Spiritualität und Gemeinschaft ausdrücken. Sie werden auf Stoffe, Körper, Keramik oder Wände gemalt – als sichtbare Formen von Energie und Erinnerung, als Verbindung zwischen Mensch, Wasser und Kosmos. Alfredo Villar, Künstler, Kurator und Musiker aus Lima, bringt die Energie der Chicha-Bewegung ein – einer urbanen, hybriden Kultur, die aus Migration, Farbe und Musik geboren wurde und die amazonischen Wurzeln mit der Stadt verbindet. Gemeinsam sprechen sie über Kunst als kollektive Praxis mit geteilter, fließender Autorschaft, über Zusammenarbeit, Erinnerung und Widerstand – über ein Verständnis von Kreativität, das aus der Gemeinschaft kommt und zu ihr zurückkehrt. Eine Eröffnung zwischen Gespräch, Groove und gemeinsamer Energie. Danach wird’s locker: Wir bleiben, hören Vinyls aus Alfredos Sammlung – Chicha, amazonische Cumbia, psychedelische Tropenbeats – und genießen dazu peruanische Drinks und Snacks.
Walk & Talk mit Olinda Silvano und Alfredo Villar, Sonntag, 2. November 2025, 14:00 – 15:30 Uhr
Am zweiten Tag der Eröffnung führen die Künstlerin Olinda Silvano und der Kurator Alfredo Villar das Publikum in die Welt der Kené-Kunst ein. Kéne ist eine lebendige Tradition aus dem peruanischen Amazonasgebiet. Geschaffen von Frauen der Shipibo-Konibo-Gemeinschaft, drückt Kené die Verbindung zwischen der physischen, spirituellen und natürlichen Welt aus. Anhand ihres Werks, „Nii Kené“ gibt Olinda Silvano Einblicke in ihre Künstlerische Praxis und ihr kulturelles Erbe.
Kené-Design- und Zeichenworkshop mit Olinda Silvano, 16:00 – 18:00 Uhr, Rautenstrauch-Joest-Museum Köln
Die Künstlerin Olinda Silvano führt die Teilnehmenden in die Welt der Kené ein. Kené sind visuelle Sprachen, über Generationen von Frauen überliefert – Linien, die gesungen, gedacht und gezeichnet werden. Während Sie mehr über deren kulturelle Bedeutung erfahren, können Sie auch eigene Designs gestalten.
(Für bis zu 15 Teilnehmende, Anmeldung unter: RJM-veranstaltungen@stadt-koeln.de
Do, 6. November 2025 · ab 16:00 Uhr Rautenstrauch-Joest-Museum Community-Treffen (Yellow Room, mit in.Haus e. V.)
YellowRoom, ein Ort in der Dauerausstellung des RJM für Gespräche, Workshops und Austausch: Community Abende immer am 1. Donnerstag des Monats, Workshops am Wochenende, Workshops mit Schulen, Studenten, Filmworkshops. YellowRoom wird kuratiert von einem Kollektiv: in-Haus e.V., Nayra Ramos, (In-Haus e.V.), Büsra Dogan (Intern RJM – Uni Köln), Yasemin Cerci (Intern RJM – Uni Köln) in Zusammenarbeit mit Communities in Köln
Do, 6. November 2025 · 19:00–22:00
La Fiesta Amazónica –
Art, Dialog & Musik mit Olinda Silvano & Alfredo Villar. Zum Abschluss der Eröffnungswoche laden Olinda Silvano und Alfredo Villar zu einem Abend zwischen Kunst, Klang und Community ins RJM ein. Im gemeinsamen Walk & Talk durch die Intervention „Die Zukunft ist indigen“ sprechen sie über ihre künstlerischen Positionen, und über kollektive Kreativität, Erinnerung und urbane Amazonien. Doch der Abend ist mehr als ein Gespräch – er ist eine Begegnung voller Rhythmus, Bewegung und Energie. Zwischen den Kunstwerken entsteht ein lebendiger Dialog, Der Abend endet mit einem DJ-Set aus Alfredos Vinylsammlung amazonischer Cumbia, Chicha, psychedelischen Rhythmen und tropischen Grooves. Amazonien trifft Köln. La Fiesta continua.